Juan Pablo Corro

Choreograf & Dozent | Heidelberg

Chilenischer Choreograf im Bereich des experimentellen zeitgenössischen Tanzes. Seine künstlerische Praxis gründet auf der aufmerksamen Beobachtung alltäglicher Bewegungen — ihrer Wiederholung und Variation als szenische Körpersprache.

Er hat einen Bachelor-Abschluss in Soziologie sowie in Tanz nach der Sigurd-Leeder-Technik und vertiefte seine Ausbildung durch Hatha-Yoga. Sein Werdegang verbindet technische Strenge mit einer beständigen Auseinandersetzung mit indigenem Wissen und den körperlichen Traditionen des amerikanischen Kontinents.

In Chile arbeitete er mit verschiedenen zeitgenössischen Tanzkompanien. Anschließend reiste er nach Bolivien, wo er an Begegnungen und Rückzugsaufenthalten für Schauspieler und Tänzer teilnahm — geprägt vom direkten Kontakt mit der Natur und den indigenen Gemeinschaften der Region. In dieser Linie widmete er mehrere Jahre dem Durchqueren der peruanischen Anden, ihren Traditionen und dem spirituellen Weg des Kapac Ñam.

In Deutschland entwickelte er Projekte in Zusammenarbeit mit dem Choreografen Jonas Frey, darunter eine Aufführung im Felina Areal. Mit drei Stipendien des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg schuf er drei Soli, die eine Trilogie über den urbanen Raum und seine Verbindungen zum Menschen bilden. Zudem realisierte er interdisziplinäre Projekte mit Musikerinnen und Filmschaffenden.

Seit 2022 leitet er gemeinsam mit Martín Virgili und Mahmoud Zeynolabedin das Projekt Ruca Kreis — einen Ort für Zeremonie, Kunst und Gemeinschaft in Heidelberg.

Er ist als Dozent für zeitgenössischen Tanz aktiv tätig.